Stellungnahme von OB-Kandidat Marc Hansmann zu den Forderungen von FridaysForFuture Hannover

Zu den von FridaysForFuture Hannover vorgestellten Forderungen an die Landeshauptstadt und die Region Hannover erklärt Marc Hansmann, Kandidat der SPD für die Oberbürgermeisterwahl:

„Dass FridaysForFuture Hannover heute einen konkreten Forderungskatalog vorgelegt hat, ist ein wichtiger und ernstzunehmender Beitrag zur Diskussion über den Klimaschutz in Hannover. Ich finde es bewundernswert, dass es der Bewegung gelungen ist, konkrete Forderungen zu formulieren, die zwar radikal, aber im Angesicht der drohenden Klimakatastrophe sicher nicht völlig undenkbar sind.

Die Forderung, die städtische Energieversorgung umzubauen – weg von fossilen Energieträgern, hin zu einer vollständig erneuerbaren Strom- und Wärmeversorgung – ist meiner Meinung nach die wichtigste Maßnahme für den Klimaschutz in Hannover. Durch die Umstellung nur eines Blocks des Kohlekraftwerks in Stöcken auf Biomasse können wir bis 700.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Zum Vergleich: Im städtischen Klimabericht errechnet die Stadt Hannover einen Treibhausgas-Ausstoß von etwa 800.000 Tonnen durch den gesamten motorisierten Verkehr innerhalb der Landeshauptstadt pro Jahr.

In den vergangenen zweieinhalb Jahren, seit ich bei enercity als Vorstand tätig bin, haben wir den Anteil der Erneuerbaren Energien und vor allem der Windenenergie deutlich ausgebaut. So ist enercity zu einem der fünf größten Ökostrom-Anbieter in Deutschland geworden. Gleichzeitig ist es absolut richtig, nicht nur die Energie- sondern auch die Wärmewende in den Blick zu nehmen. Durch den Bau einer neuen Fernwärmeleitung quer durch Hannover kann enercity künftig die in der Müllverbrennungsanlage in Lahe entstehende Abwärme in die städtische Wärmeversorgung einspeisen. Den Weg, den die Stadtwerke hier einschlagen, werde ich als Oberbürgermeister konsequent unterstützen und vorantreiben. Zudem möchte ich die Anschaffung privater Solaranlagen gezielt fördern, quartierbezogene Anreize zum Austausch von Ölheizungen und alten Gasthermen setzen und ein Sonderprogramm zur energetischen Sanierung von Altbauten auflegen.

Auch dass Hannover das Radwege-Netz ausbauen und die Sicherheit für Radfahrerinnen und Radfahrer erhöhen muss, unterstütze ich. Natürlich müssen wir den Autoverkehr in der Stadt weiter reduzieren. Ein Verbot von privaten Autos im Innenstadtring bis 2022 und solchen mit Verbrennungsmotor in der Umweltzone bis 2030 halte ich aber für falsch. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die noch auf das Auto angewiesen sind, muss der Umstieg auf Bus und Bahn oder das Fahrrad so attraktiv wie möglich werden. Verbote sind hier aber der falsche Weg.“